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Unser Köln

Die alte Kölner Oper

Klaus Hausmann, Wegen de Leut media · 09.02.2026

Das Opernhaus kurz nach der Eröffnung im Jahr 1902. Repro aus „Die Bühneneinrichtungen des neuen Cölner Stadttheaters“, herausgegeben von dem Erbauer der Bühneneinrichtungen Albert Rosenberg, Köln, 1902 – Kolorierung: Klaus Hausmann, Wegen de Leut media

Das Opernhaus kurz nach der Eröffnung im Jahr 1902. Repro aus „Die Bühneneinrichtungen des neuen Cölner Stadttheaters“, herausgegeben von dem Erbauer der Bühneneinrichtungen Albert Rosenberg, Köln, 1902 – Kolorierung: Klaus Hausmann, Wegen de Leut media

1902 eröffnete eines der modernsten Opernhäuser Deutschlands – mit spektakulärer Bühnentechnik und reicher Jugendstilarchitektur. Lesen Sie die spannende Stadtgeschichte.

Das Opernhaus wurde nach Plänen des Architekten Carl Moritz in nur zwei Jahren gebaut und konnte 1902 eröffnet werden. Es stand am Rudolfplatz, an der Stelle, wo von 1884 bis 1899 das ebenfalls berühmte runde „Panorama“ Gebäude stand.

Die Oper bot 1.806 Plätze und war damit eines der größten Theater in Deutschland. Neben dem Architekten vollbrachte auch der damalige Betriebsinspektor der „Vereinigten Stadttheater Kölns“, Albert Rosenberg, mit der technischen Ausrüstung des Theaters eine Meisterleistung.

Nach seinen Plänen wurde die gesamte Bühnentechnik geplant. Damit machte er die Kölner Oper zu einem der technisch modernsten Theater seiner Zeit.

Hochmoderne Technik

Zu den Besonderheiten zählte die lichttechnische Ausstattung des Hauses, die 2080 Glühlampen, 50 Bogenlampen und 9 Blitzlampen umfasste. Darüber hinaus gab es einen Batterieraum, die Akkus konnten bei Stromausfall den Bühnenbetrieb eine Stunde fast ohne Einschränkungen aufrechterhalten.

Die Oper verfügte über eine fest verbaute szenische Dampfanlage, die Dampf und Nebel an beliebigen Stellen der Bühne emittieren konnte. Zusammen mit den Maschinen, die Donner und Windgeräusche erzeugten, war fast jedes Wetter möglich.

Beeindruckend waren die Ausmaße der Bühne. Inklusive der Hinterbühne, auf der Dekorationen komplett vorgerichtet werden konnten, war sie 45 Meter breit und 39 Meter tief. Bespielbar war ein Bereich von 33 mal 20 Meter.

Zum Brandschutz verfügte das Haus bereits über eine Sprinkleranlage, die die gesamte Bühne erfasste.

Nazi- und Nachkriegszeit

Die Nationalsozialisten entfernten leider fast alle ihres Erachtens „entarteten“ Jugendstilelemente aus den Innenräumen. 1943 wurde die Oper bei einem Bombenangriff beschädigt. Jedoch nicht so stark, dass eine Nutzung nicht möglich gewesen wäre.


Das Foto von 1946 zeigt den Zustand der Oper nach der Beschädigung durch einen Bombenangriff im Jahr 1943. Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_640918. Kolorierung: Klaus Hausmann, Wegen de Leut media

In der Nachkriegszeit diente die Ruine als Probebühne, Standesamt und Verwaltungsbau. Ein Wiederaufbau als Oper wurde seinerzeit diskutiert und schien möglich zu sein. Auf vielen Fotos ist der damalige Zustand des Gebäudes zu erkennen und erwecken den Eindruck, dass eine Wiederinstandsetzung möglich gewesen wäre.

Wilhelm Riphahn hatte jedoch bereits 1954 die Baupläne für die neue Oper fertig. 1955 folgte die Grundsteinlegung, am 18. Mai 1957 feierte sie am Offenbachplatz ihre Eröffnung.

Erst 1958 kam es zum Abriss des alten Schmuckbaus. Einige der Steine wurden zum Wiederaufbau anderer Gebäude benutzt. Das erhaltene große schmiedeeiserne Geländer des Haupttreppenhauses sowie alle unbeschädigte Skulpturen, Steinmetzarbeiten und Schmuckelemente verschwanden leider dabei.

Sehen Sie hier das Video auf YouTube (2.18 min):

Quelle: Wegen de Leut media / YouTube


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Tags: Architektur , Kurzfilm , Oper , Stadtgeschichte , Technik

Kategorien: Kultur , Unser Köln