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Zu Fuß gehen

Der Rollator mit Hitzeschutz

Prof. Dr. Andreas Matzarakis · 30.07.2025

Ein Rollator kann eine wertvolle Hilfe sein, um gut durch heiße Tage zu kommen. Foto: Günter - Pixabay

Ein Rollator kann eine wertvolle Hilfe sein, um gut durch heiße Tage zu kommen. Foto: Günter - Pixabay

Experten-Tipps für die Rollatornutzung an heißen Tagen

Ältere Menschen geraten bei sommerlicher Hitze schnell an ihre körperlichen Grenzen. Hohe Temperaturen und starke UV-Strahlung belasten den Kreislauf, die Haut und die Bewegungsfähigkeit – insbesondere bei Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Für viele von ihnen ist der Rollator eine unverzichtbare Alltagshilfe und kann im Sommer sogar dabei helfen, besser mit Hitze umzugehen.

Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland nutzen regelmäßig einen Rollator – überwiegend Seniorinnen und Senioren. An heißen Tagen erschweren Sonne und Hitze jedoch die Fortbewegung im Freien. Umso wichtiger ist es, das Hilfsmittel auch als Schutzfaktor zu begreifen.

  • Sonnenschutz montieren: Ein Sonnenschirm spendet nicht nur Schatten, sondern schützt auch vor UV-Strahlung. Wenn er fest am Rollator angebracht ist, können Sie diesen sicher mit beiden Händen schieben.
  • Wasser mitnehmen: Eine gekühlte Flasche Wasser in der Rollatortasche sorgt unterwegs für die notwendige Flüssigkeitszufuhr. Dehnbare Netze in der Tasche schützen Flaschen vor dem Umkippen und Auslaufen.
  • Handy griffbereit: Für den Fall, dass Hilfe benötigt wird, sollte ein geladenes und eingeschaltetes Mobiltelefon leicht zugänglich verstaut werden.
  • Snack einstecken: In die Rollatortasche gehört ein schneller Energiespender wie ein Müsliriegel für den Fall, dass der Kreislauf schwächelt oder sich der Heimweg unerwartet verlängert.

UV-Strahlung: Faustregel beachten

„UV-Strahlung kann zu Sonnenbrand und langfristig zu Hautkrebs führen“, erläutert Dr. Andreas Matzarakis, Professor für Umweltmeteorologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und ergänzt: „Besonders im Alter sollte auf einen umfassenden UV-Schutz geachtet werden. Zwischen 11 und 16 Uhr ist direkte Sonne zu vermeiden.“

Sein Tipp: „Die Faustregel lautet: Ist der eigene Schatten kürzer als die Körpergröße, ist die UV-Belastung zu hoch.“

Verhaltenstipps für heiße Tage

Neben der richtigen Ausstattung des Rollators sind auch kleine Verhaltensänderungen entscheidend:

  • Richtige Kleidung tragen: Helle, luftige Kleidung, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille schützen vor Hitzeschäden.
  • Sonnenschutz auftragen: Nach zwei Stunden in der Sonne sollte erneut eingecremt werden. Sonnenschutz sollte immer griffbereit in der Rollatortasche sein.
  • Sitzpausen einlegen: Der integrierte Sitz des Rollators ermöglicht jederzeit eine Rast, idealerweise im Schatten. Ein verstellbarer Rückengurt ermöglicht ein sicheres und bequemes Anlehnen.
  • Auf körperliche Signale achten: Schwindel, Unwohlsein, Konzentrationsschwierigkeiten oder zunehmende Erschöpfung können Anzeichen dafür sein, dass die Wärme zu belastend wird. Tritt eines dieser Signale auf, sollte eine Pause im Schatten eingelegt und etwas getrunken werden.

„Ein Rollator ist ein guter Begleiter an heißen Tagen“, stellt Experte Thomas Appel fest und gibt zu bedenken: „Gerade im Sommer macht sich das Gewicht eines Rollators besonders bemerkbar. Ob man einen Rollator schiebt, der 6 oder 10 Kilogramm wiegt, macht vor allem bei hohen Temperaturen einen großen Unterschied. Das sollte – insbesondere in Zeiten der Klimaerwärmung – beim Kauf bedacht werden."

Tags: Gesundheit , Hitze , Hitzeschutz , Rollator , Rollatorkauf , Senioren , Sommer , Sonnenschutz

Kategorien: Zu Fuß gehen