Leben in Köln

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Redaktion · 16.03.2020

Foto: Mercedes-Benz Classic

Foto: Mercedes-Benz Classic

... dass der berühmte Mercedes-Stern in Köln erfunden wurde?

Bekanntlich wurde das Automobil ja nicht in Köln erfunden, denn Carl Benz’ „Patent-Motorwagen“ von 1886 entstand in Mannheim. Gleichwohl gilt die Domstadt als die „Wiege des Motorenbaus“, da hier gegen Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Menschen und Firmen bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren ihre Spuren hinterließen. Zu nennen sind zuvörderst Nicolaus August Otto (1832–1891) und Eugen Langen (1833–1895), die 1864 mit ihrer Firma „N. A. Otto & Cie.“ das weltweit erste Unternehmen gründeten, das sich ausschließlich mit der Entwicklung und dem Bau von Verbrennungsmotoren befasste.

An der Weiterentwicklung des um 1872/73 von Nicolaus Otto konstruierten Viertaktmotors waren bei Otto & Cie. zeitweise bedeutende Automobil-Ingenieure beteiligt, darunter Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und später auch der legendäre französisch-italienische Konstrukteur Ettore Bugatti. Gottlieb Daimler (1834–1900) war es, der in seinen Kölner Jahren als Technischer Direktor der damaligen „Gasmotorenfabrik Deutz“ in Mülheim das berühmte Markenzeichen „so ganz nebenbei“ erfand: den 1910 als Kühlerfigur für Automobile eingeführten Mercedes-Stern. Auf einer Postkarte an seine Frau Emma Pauline mit einer Ansicht des rechtsrheinischen Köln (Bild oben) markierte der Ingenieur 1872 sein damaliges Wohnhaus im nördlichen Deutz mit einem Stern und schrieb dazu: „Von hier aus wird ein Stern aufgehen und ich will hoffen, dass er uns und unseren Kindern Segen bringt.“

Nach einem Streit mit Nicolaus Otto verließ Daimler 1882 die Deutz AG und gründete in Cannstatt bei Stuttgart eine Versuchswerkstatt mit Wilhelm Maybach als technischem Direktor. Ihr im November 1890 gemeinsam begründetes Unternehmen „Daimler-Motoren-Gesellschaft“ (DMG) war eine der beiden Vorläuferfirmen der späteren Daimler-Benz AG. Bei der DMG, die bereits seit 1902 den geschützten Markennamen „Mercedes“ verwendete, erinnerten sich später Daimlers SöhnePaul (1869–1945) und Adolf (1871–1913) an den in der Domstadt aufgegangenen Stern ihres inzwischen verstorbenen Vaters. Sie ließen sich diesen 1909 als dreizackiges Symbol für die Motorisierung „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ als Warenzeichen schützen. Heute gilt der Mercedes-Stern als eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt.


Die Postkarte zeigt eine Ansicht aus dem Jahr 1872 von Köln. Oben sieht man den eingezeichneten Stern. Foto: Mercedes-Benz Classic

In Köln findet man heute noch zahlreiche Spuren des historischen Motor- und Fahrzeugbaus seit dem 19. Jahrhundert. Weitere Informationen beim LVR-Informationssystem KuLaDig – Kultur. Landschaft. Digital.

Webseite: www.kuladig.de

 

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Tags: Kölner Stadtgeschichte , Kultur. Landschaft. Digital. KuLaDig

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