Leben in Köln

Als der Krieg endete

Dr. Martin Rüther · 04.03.2020

Einmarsch der US-Armee in Köln, 5. oder 6. März 1945 (Foto: National Archives and Records Administration / NS-DOK)

Einmarsch der US-Armee in Köln, 5. oder 6. März 1945 (Foto: National Archives and Records Administration / NS-DOK)

75 Jahre Frieden - KölnerLeben blickt zurück auf den 6. März, als die US-Truppen in Köln eintrafen. Besuchen Sie die Lichtprojektionen!

Als die US-Truppen am 6. März 1945 bis zum Dom vorrückten,waren sie erstaunt, auf wie wenig Widerstand sie stießen. In den Wohnstraßen dominierten weiße Fahnen, und die meisten der in der Stadt Ausharrenden zeigten sich erleichtert, dass mit der Ankunft der Sieger endlich auch das Ende des Bombenkrieges gekommen war. Noch wenige Tage zuvor, am 2. März, war Köln Ziel eines der schwersten Luftangriffe der gesamten Kriegszeit gewesen.

Die Bewohner der rechtsrheinischen Stadtteile mussten hingegen noch mehrere Wochen auf ihre Befreiung warten. Nachdem Pioniere der Wehrmacht mit der Hohenzollernbrücke unmittelbar vor Ankunft der US-Truppen den letzten Rheinübergang gesprengt hatten, dauerte es bis Mitte April, bis diese – von Remagen kommend– auch das rechtsrheinische Köln erreichten. Sein offizielles Ende fand der Zweite Weltkrieg dann mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945. Seit nunmehr 75 Jahren lebt Deutschland in Frieden.

 


Amerikanische Soldaten nehmen vor dem Kölner Dom Wehrmachtssoldaten gefangen, 6. März 1945 (Foto: National Archives and Records Administration / NS-DOK)


Das zerstörte Reiterstandbild am Heumarktund die Auffahrt auf die eingestürzte Hängebrücke, März 1945 (Foto: National Archives and Records Administration / NS-DOK)

Das NS DOK bietet interessante Sonderveranstaltungen und Lichtprojektionen im öffentlichen Raum:

6. März bis zum 24. Mai: Ausstellung – „Kriegsenden in Köln“ -Stadt und Menschen zwischen dem 6. März und dem 8. Mai 1945

Im Gewölbe des EL-DE-Hauses sind Kombinationen aus Licht- und Audioinstallationen sowie Film- und Bilder-Projektionen zu sehen. »NS-Zeit«, »Krieg« und »Umgang mit der Vergangenheit« werden in Einführungstexten geschildert oder in Auszügen aus Briefen und Tagebüchern verlesen. Außerdem werden hunderte Fotos, Ausschnitte aus historischem Filmmaterial sowie Passagen aus Videointerviews mit Zeitzeug*innen gezeigt.
Parallel dazu wird die Stadt selbst zur Ausstellungsfläche.

Öffnungszeiten:
dienstags bis freitags: 10-18 Uhr
samstags und sonntags: 11-18 Uhr
Eintritt: 4,50 €

Veranstaltungsort:
EL-DE-Haus
Appellhofplatz 23-25
50667 Köln
Tel.: 0221/2212-6332
Führungen: 0221/2212-6331
E-Mail: nsdok@stadt-koeln.de

Webseite NS-DOK

5. März 2020: Lichtprojektion auf dem Neptunbad / Neptunplatz an der Venloer Straße

Am 5. und 6. März 1945 bewegten sich die US-Truppen von Westen kommend durch die westlichen Kölner Vororte über Venloer, Christoph-, Dürener und Aachener Straße Richtung Dom und Rheinufer. Diesen Vormarsch hielten die Amerikaner wirkungsvoll im Film fest. Auszüge aus diesem beeindruckenden Material werden an diesem Abend auf die Fassade des Neptunbads projiziert, an dem sich der Vormarsch unmittelbar vorbeibewegte.

Zugleich dient dieses Open-Air-Event als Eröffnungsveranstaltung zu der Ausstellung »Kriegsenden in Köln: 6. März – 8. Mai 1945«, die vom 6. März bis 1. Juni 2020 im NS-DOK gezeigt wird. Die Besucher der Projektion am Neptunplatz können von dort mit der U-Bahn direkt zum Appellhofplatz fahren, um sich dort die Ausstellung anzuschauen.

Neptunbad
Neptunplatz 1
50823 Köln

14. April 2020: Lichtprojektion Helenenbunker in Deutz

Zwischen dem 11. und 14. April befreiten die US-Truppen das rechtsrheinische Köln. Kurz zuvor verübten die verbliebenen Ortsgruppenleiter und deren Gehilfen noch zahlreiche Morde an Zwangsarbeitern, unter anderem auch am Helenenbunker in Deutz. Da hierzu keine Abbildungen und auch sonst kaum Quellen erhalten sind, erarbeitete Kane Kampmann für die Ausstellung zu drei dieser Verbrechen (Helenenbunker, Bunker Rothenburger Straße und Gremberger Wäldchen) Bildergeschichten - sogenannte Graphic Novels, die zu diesem Anlass auf den Bunker projiziert werden.

Hochbunker in Deutz
Helenenwallstraße 21-29
50679 Köln-Deutz

 

8. Mai 2020, 21 Uhr: Lichtprojektion und Performance an der Alten Universität in der Südstadt

Ab dem 8. Mai 2020 fand der Zweite Weltkrieg dann sein offizielles und endgültiges Ende. Hieran soll eine Projektion auf die Fassade der Alten Universität erinnern, die zwischen 1934 und 1945 als Sitz der NSDAP-Gauleitung einer der zentralen Täterorte in Köln war. Das freie Theaterkollektiv »Futur3« aus Köln werden eine Performance zeigen. Außerdem wird eine Großprojektion von Kane Kampmann zu sehen sein- die »Abel-Papers«, in denen 1934 hunderte überzeugter Nationalsozialisten die Gründe für ihre politische Begeisterung schilderten. Anschließend folgt die Projektion von Filmen und Fotos vom Kriegsende in Köln und der Zerstörung der NS-Symbole am Gebäude der Gauleitung – also unmittelbar am »authentischen Ort«. Auch das wird mit zeitgenössischen Texten unterlegt.

Alte Universität
Claudiusstr. 1
50678 Köln - Neustadt-Süd

 

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Tags: Kriegsende , Stadtgeschichte

Kategorien: Leben in Köln