Leben in Köln

Ich schaff‘ das!

Lisa von Prondzinski-KölnerLeben Ausgabe 1/2018 · 05.02.2018

Foto: fotolia, Picture-Factory

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Das Gewicht drückt auf die Knie, der Hosenbund zwickt, die Treppe wird zum Gipfelsturm: Dagegen hilft nur abzunehmen. Und das geht ganz gesund und mit Genuss. KölnerLeben verrät, wie.

Abspecken fällt nie leicht, mit zunehmendem Alter wird es aber noch mühevoller. Dafür sind viele Faktoren verantwortlich: Die Muskeln bauen sich ab und Fettzellen wachsen, dazu kommen hormonelle Veränderungen. „Der Stoffwechsel verlangsamt sich, sodass der Grundumsatz sinkt. Das sind die Kalorien, die der Körper in totaler Ruhe verbraucht, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten“, erklärt Isabelle Keller, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Irgendwann stellt man dann vielleicht fest: Auf einmal sind da Fettpölsterchen, wo sonst keine waren.

Muss die Ernährung langfristig umgestellt werden?

Zur groben Orientierung: Etwa ab 60 Jahren brauchen Männer bis zu 400 Kalorien, Frauen bis zu 300 Kalorien weniger. Wer so weiterisst wie vorher, legt natürlich zu. Was aber in jedem Alter gleich bleibt, ist der Nährstoffbe darf. Um das Gewicht zu halten oder zu senken, muss man die Ernährung langfristig umstellen. Sie muss kalorienärmer und vielfältig sein, damit der Körper genügend Vitamine, Eiweiße und andere Nährstoffe bekommt. Das heißt nicht, dass man weniger, sondern andere Lebensmittel essen muss.

Hilft Bewegung gegen überflüssige Pfunde?

Ja, Bewegung hilft im Kampf gegen überflüssige Pfunde. Das Dumme ist nur: Um vom Sessel auf die Beine zu kommen, ist Disziplin gefragt. Aber es zahlt sich am Ende aus, denn wer sich bewegt, profitiert gleich in doppelter Hinsicht: Man verbraucht Energie und baut Muskelmasse auf oder wirkt zumindest ihrem Abbau entgegen. Da Menschen mit viel Muskeln einen höheren Grundumsatz haben, verbrennen sie noch mehr Kalorien. Die Kölner Ernährungstherapeutin Karen Nespethal rät aus zwei Gründen dazu, langsam abzuspecken: „Bei Crash-Diäten, bei denen die Pfunde purzeln, hat man schnell wieder alles drauf. Außerdem baut man dabei auch schnell Muskeln ab. Um das zu verhindern, sollte man höchstens ein Kilo pro Monat abnehmen – und hoffentlich nur Fett.“

Muss man den Arzt fragen?

Wer zwei, drei Kilo loswerden will und gesund ist, kann dies auf eigene Faust tun. Anders sieht es bei größeren Abnehm-Projekten oder bestehenden Erkrankungen aus: „Dann ist definitiv eine Beratung beim Arzt nötig“, sagt Keller. Womöglich müssen auch Medikamente angepasst werden, etwa bei Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck. Und wer schon lange keinen oder noch nie Sport gemacht hat, braucht ohnehin eine Untersuchung beim Arzt.

Ist Abnehmen auch bei leichtem Übergewicht nötig?

Dazu Ernährungsexpertin Nespethal: „Vor allem bei gesunden leicht übergewichtigen über 70-Jährigen, die genügend Muskulatur haben, wäre ich da sehr vorsichtig. Denn mit etwas mehr Pfunden verfügen sie im Falle einer zehrenden Erkrankung über genügend Energiereserven.“ Und vielen stehen ein paar Pfunde mehr auch gut zu Gesichte. Letztlich muss man genau abwägen, was einem guttut und was wichtig ist.

Wo finde ich Unterstützung?

Nicht jeder hat Lust oder genug Disziplin, allein abzuspecken. Neben gewerblichen Anbietern helfen auch viele Krankenkassen mit eigenen Programmen. Oder sie bezuschussen die Kosten bei anderen Anbietern. Keine Kasse bezahlt allerdings für Programme, die Radikalkuren und schnelle Erfolge anpreisen. Vielmehr sollen Strategien vermittelt werden, die nachweislich dazu führen, dauerhaft Gewicht zu verlieren und schlank zu bleiben. Dabei geht es nicht nur um einen anderen Ernährungsstil, sondern auch um regelmäßige Bewegung. Wichtig auch: Wie man sich generell oder bei einem Durchhänger motivieren und wie man sich belohnen kann.

Krankenkassen fördern Abnehmprogramm für alle:

So gut wie jede Kasse fördert das Programm „Ich nehme ab“, das von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entwickelt wurde. Es ist ein Verhaltenstrainings-Programm mit Anleitungen, Tipps und Rezepten für eine vollwertige Ernährung. Dafür melden Sie sich selbst bei einem der Anbieter an. Das sind Diätassistenten, Ernährungswissenschaftler und Mediziner, die für diese Kurse zertifiziert sind. Sie finden sie über Ihre Krankenkasse oder die DGE.

Die Kassen bezuschussen die erfolgreiche Teilnahme. Wer einen freiwilligen Kurs zu 80 Prozent besucht hat, erhält die Gebühren zum Teil erstattet. Aber fragen Sie Ihren Arzt, ob er das Abnehmen als medizinisch notwendig erachtet und verordnet. Dann trägt die Krankenkasse alle Kosten. Darüber hinaus bieten viele Kassen eigene Abnehmprogramme an. Beispiele finden Sie auf den nächsten Seiten. Fragen Sie Ihre Krankenkasse

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