Leben in Köln

Wahrhaft nachhaltig - die Ausstellung „Fast Fashion“

red · 09.01.2019

Arbeiterinnen protestieren nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013. Foto: Taslima_Akhter

Arbeiterinnen protestieren nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013. Foto: Taslima_Akhter

Die Ausstellung „Fast Fashion“, Englisch für „schnelle Mode“, wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen der globalen Textilindustrie, zeigt aber auch Alternativen auf. Geheimtipp: Bei einem exklusiven Workshop erfahren KölnerLeben-Leser noch mehr darüber, wie Mode entsteht – und auf wessen Kosten. Wenn das kein tolles Geschenk ist!

Wie kann es sein, dass ein T-Shirt heute weniger kostet als ein großer Kaffee, ein Kleid so viel wie ein Eisbecher, eine Hose so viel wie ein Kinoticket? Und was erzählt der Preis über das Leben der Menschen, die diese Kleidung herstellen?

Die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ wirft einen kritischen Blick hinter die Kulissen der globalen Textilindustrie. „Fast Fashion“ ist Englisch und bedeutet „schnelle Mode“. Noch bis 24. Februar 2019 ist die Ausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt zu sehen ist.

Ökonomisch betrachtet, ist Fast Fashion ein Erfolgsmodell global agierender Konzerne und ermöglicht enorme Profite. Doch die sind oft nur möglich, weil sie zu Lasten der Menschen in den Produktionsländern gehen – hergestellt unter teilweise unwürdigen Arbeitsbedingungen, mit Löhnen unterhalb des Existenzminimums und einer denkbar schlechten Umweltbilanz. Auf der anderen Seite leistet die Textilindustrie in vielen Ländern „Pionierarbeit“: Sie gibt vielen Menschen ohne Ausbildung Arbeit und Einkommen und zieht weitere Branchen nach.

Die Gegenbewegung zur schnellen Mode

Als Gegenmodell zur „Fast Fashion“ gewinnt die Bewegung der „Slow Fashion“, der langsamen Mode, zunehmend an Bedeutung. Produzenten und Konsumenten bemühen sich hier um mehr Verantwortung und Respekt gegenüber Menschen, Rohstoffen und Umwelt. Doch es geht nicht allein um die schonende Herstellung und Auswahl von Rohstoffen, um ihre kunstfertige Verarbeitung, um faire Entlohnung und fairen Handel. Es geht auch um kulturelle Identitäten und indigene Traditionen, um selten gewordene Handwerkskunst und um alternative Ansätze für ein sozial nachhaltiges Wirtschaften.

Die Ausstellung bringt Fast und Slow Fashion zusammen. Der Parcours führt die Besucher durch den gesamten Konsumprozess: vom Laufsteg über das Fotostudio, vom Schaufenster bis zur Umkleidekabine. Sie erhalten einen anschaulichen Einblick in die Schnelllebigkeit des Geschäfts, in die globale Vernetzung der Branche, in die Lebensverhältnisse der Textilarbeiter einerseits und in die Kaufhaltung der Textilkonsumenten andererseits.

Begleitet wird die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ von einem Veranstaltungsprogramm, das die „Fair Trade City“ (zu Deutsch: Stadt des Fairen Handels) Köln in besonderer Weise einbezieht.

Geheimtipp: Exklusiver Leser-Workshop am 6.2.2019

In Kooperation mit der Volkshochschule Köln besuchen Sie mit der Expertin Nora Rütten die Ausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum. Unter dem Motto „Von der Pflanze zur Jeans. Wie Mode entsteht – und auf wessen Kosten“ lernen Sie weitere Hintergründe zum Thema kennen. Mehr Infos zu Eintritt und Anmeldung finden Sie hier in unserem Terminkalender.

Hier können Sie den Ausstellungsflyer mit allen Veranstaltungen herunterladen (PDF, 540 Kilobyte).
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Fast Fashion - Die Schattenseiten der Mode

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt
Cäcilienstraße 29-33
50667 Köln
Telefon: 0221/221-31356
E-Mail: rjm@stadt-koeln.de

Webseite der Ausstellung „Fast Fashion“
Facebook-Seite des Rautenstrauch-Joest-Museums

Öffnungszeiten:
Di – So, 10 – 18 Uhr; Do, 10 – 20 Uhr
1. Do im Monat bis 22 Uhr; Mo geschlossen
An Feiertagen 10 – 18 Uhr; am 24.und 25.12.2018, am 31.12.2018 und 1.1.2019 geschlossen.

Eintritt:
Das Einzelticket für die Ausstellung „Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode“ kostet 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.

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