Ratgeber

Was kann ich aktiv für besseres Sehen tun?

Gerlinde Riese · 07.11.2018

Augen zu und durch? Wir haben ein paar bessere Ideen. Foto: Unsplash / Anita Jankovic

Augen zu und durch? Wir haben ein paar bessere Ideen. Foto: Unsplash / Anita Jankovic

5 Tipps für besseres Sehen zum leichten Selberüben

Natürlich werden Sie dadurch nicht gleich Ihre Brille in die Schublade legen können. Aber bei regelmäßigem und täglichem Training wird Ihr Blick zumindest entspannter, das Sehen angenehmer und weniger anstrengend.

Jedes einzelne Auge hat sechs äußere Augenmuskeln, die jeweils der Größe unseres kleinen Fingers entsprechen. Zudem verfügt jedes Auge noch über einen Ringmuskel, auch Ziliarmuskel genannt, der es ermöglicht, dass sich die Augenlinse auf unterschiedliche Entfernungen einstellen kann.

Das harmonische Zusammenspiel all dieser Muskeln bewirkt, dass wir unsere Augen geschmeidig bewegen und von einem Gegenstand zum anderen gleiten lassen können, sei er in der Nähe oder auch in der Ferne.

Ist dieses Zusammenspiel gestört, sind die Muskeln verspannt oder nicht mehr anpassungsfähig, so können Fehlsichtigkeiten  oder auch eine Hornhautverkrümmung die Folge sein. Diese Zusammenhänge hat der New Yorker Augenarzt William Bates (1860 - 1931) vor etwa 100 Jahren erforscht und schließlich mit seinen gezielten Hinweisen und Übungen das Sehtraining begründet.

Im Folgenden werden Ihnen von der Kölner Sehtrainerin und Yogalehrerin Gerlinde Riese einige Übungen vorgestellt, mit denen Sie Ihre Augenmuskeln trainieren und entspannen sowie Ihre Gehirnfunktionen ankurbeln können.

Übung 1: „Gegen den starren Blick“

Sitzen Sie aufrecht und nehmen einen Stift in die Hand. Mit diesem ummalen Sie in Ihrer Vorstellung ein Rechteck. Der Kopf bleibt unbeweglich, nur die Augen folgen dem Stift. Hatten Sie dabei abwechselnd das rechte und das linke Auge mit einer Hand zu. Beide Augen bleiben dabei offen und blinzeln. Atmen Sie tief! Ummalen Sie auch andere Gegenstände im Raum, die mal näher, mal weiter von Ihnen entfernt sind.

Übung 2: „Die Blickstafette“

Halten Sie den Stift im Abstand von etwa 30 cm vor Ihre Augen. Schauen Sie jeweils einige Sekunden mit einem weichen Blick auf den Stift, dann auf einen Gegenstand in einer Entfernung von einem Meter, dann auf einen in etwa drei Entfernung, dann auf einen fernen Gegenstand. Verweilen Sie bei jedem Gegenstand einen kurzen Augenblick und ummalen ihn in Gedanken.

Gehen Sie mit Ihrem Blick den gleichen Weg wieder zurück. Führen Sie die Übung mit dem rechten, dem linken und mit beiden Augen mehrere Male hintereinander aus. So lernt die Augenlinse, sich wieder schneller auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen.

Übung 3: „3-D-Sehen“

Halten Sie in Nasenhöhe Ihren Daumennagel in einem Abstand von 10 - 15 cm vor Ihre Augen.Nehmen Sie einen Stift in die andere Hand und halten ihn auf gleicher Linie in einem weiteren Abstand von 10 von 15 cm dahinter. Fokussieren Sie nun den Daumennagel. Sehen Sie den Stift im Hintergrund doppelt? Dann können Sie sich gratulieren. Beide Augen kooperieren miteinander.

Blicken Sie dann auf den Stift. Jetzt sollte Ihr Daumen im Vordergrund doppelt erscheinen. Verzagen Sie nicht, wenn Sie das sogenannte Kuli- oder Daumen-Tor nicht sofort sehen. Mehrmaliges kurzes Üben am Tag kann hilfreich sein und variieren Sie dabei die einzelnen Abstände! Nur bei Augen mit sehr unterschiedlichem Sehvermögen könnte diese Übung nicht klappen.

Übung 4: „Überkreuzen“

Zur Koordination der Seheindrücke beider Augen miteinander im Gehirn bieten sich so genannte Überkreuz-Bewegungen an. Nehmen Sie einen roten und einen blauen Stift in jeweils eine Hand. Umfassen Sie dabei mit allen Fingern den Stift - machen Sie eine Faust. Überkreuzen Sie vor der Brust beide Unterarme und damit beide Stifte. Klopfen Sie dann mit der rechten Faust-Unterkante auf den rechten Schenkel und mit der linken Faust-Unterkante auf den linken Schenkel.

Überkreuzen Sie die Unterarme erneut, nur sollte dieses Mal der andersfarbige Stift Ihnen zugewandt sein, das heißt einmal ist der rechte, das andere Mal der linke Arm dem Körper näher. Dann wieder ohne Überkreuzung mit den Fäusten auf die Schenkel klopfen.

Übung 5: „Entspannung“

Zur Entspannung der Augenmuskeln schließen Sie nach jeder Übung kurz die Augen und klopfen Sie sanft mit den Fingerspitzen rund um die Augen herum: über die Augenbrauen, im Bereich der Schläfen, unterhalb der Augen im knöchernen Bereich und auch im Bereich des Kiefergelenks.

Reiben Sie dann die Hände kräftig aneinander, damit sie warm werden und legen Sie sie wie warme Hüllen über Ihre Augen. Wenn Sie dann langsam blinzelnd wieder die Augen öffnen, fühlen Sie sich sicherlich im Augenbereich belebter.

Tags: Gesundheit , Ratgeber

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