Ratgeber

Matratzen für einen erholsamen Schlaf

lvp · 04.07.2018

Eine gute Matratze ist wichtig – immerhin verbringt man ein Drittel seines Lebens darauf. Foto: fotolia © wavebreak3

Eine gute Matratze ist wichtig – immerhin verbringt man ein Drittel seines Lebens darauf. Foto: fotolia © wavebreak3

Lesen Sie hier, worauf Sie beim Kauf achten sollten und wie eine Matratze gepflegt werden muss.

Marie-Luise Dammrat hat sich vor zwei Monaten eine neue Matratze angeschafft. Seitdem schläft sie „viel, viel besser“. Die 86-Jährige gerät regelrecht ins Schwärmen: „Die neue schmiegt sich – anders als die alte – richtig an den Körper an. Ich liege wohliger und fühle mich viel entspannter. Es ist jetzt alles einfach anders.“ Nun startet die Seniorin erholter in den Tag. Dabei stand diese Anschaffung über Jahre gar nicht zur Debatte. „Die alte Matratze war nicht durchgelegen. Ich habe gedacht: Die ist noch gut und muss jetzt für mich reichen. Warum sollte ich Geld für eine neue ausgeben?“, erzählt Marie-Luise Dammrat. Erst als ihre Kräfte nachließen und die alte, schwere Schlafunterlage noch nicht einmal zu zweit zu drehen und zu wenden war, entschloss sie sich zum Neukauf.

Matratzenwechsel nach zehn Jahren

Eigentlich ist es spätestens nach acht bis zehn Jahren Zeit für einen Matratzenwechsel: aus Hygienegründen ein Muss, auch wenn die Schlafunterlage noch gut aussieht. Denn über die Jahre sammeln sich im Inneren Generationen von Mikroorganismen an. Dies trotz guter Pflege und dem Waschen des Bezugs, weiß Claudia Wieland, Pressereferentin beim Fachverband Matratzen-Industrie e. V. Die Veränderungen sind in gewisser Weise sogar messbar: „Nach zehn Jahren ist eine Matratze bis zu 4 Kilo schwerer als beim Kauf“, so Wieland. Unter Umständen können die Mikroorganismen die Gesundheit beeinträchtigen: Beispielsweise können die Ausscheidungen von Milben, die sich von Hautschüppchen ernähren, allergische Reaktionen wie Husten oder gerötete Augen hervorrufen und zu einem unruhigen Schlaf führen.

Der Schlaf verändert sich

Dabei verändert sich der Schlaf mit zunehmendem Alter sowieso: Man wird hellhöriger, wacht eher und häufiger auf und friert schneller. Im Schlafbereich mag man es nun dunkel haben und der Körper wird druckempfindlicher. „Deshalb sollten äußere Störfaktoren wie eine falsche Schlafunterlage minimiert werden, um wieder besser zu schlafen“, empfiehlt der Schlafmediziner Dr. Lennart Knaack vom Zentrum für Schlafmedizin und Schlafforschung im Mediapark.

Und noch etwas: „Eine angepasste Matratze ist erst recht dann ratsam, wenn der Bewegungsapparat bereits eingeschränkt ist.“ Nicht nur, dass eine alte, durchgelegene oder zu harte Matratze den Schlaf häufiger unterbricht, weil man sich immer hin und her wälzt. Sie kann auch körperliche Beschwerden verstärken. Andersherum kann eine auf den Körper abgestimmte Schlafunterlage Beschwerden lindern. Eine Erfahrung, die Marie- Luise Dammrat gemacht hat: „Früher hatte ich eigentlich immer Rückenschmerzen, doch jetzt ist es nicht mehr so schlimm.“

Auf gute Beratung kommt es an


Experten raten zu Matratzen mit fünf bis sieben Liegezonen, die dazu dienen, spezifische Körperregionen besser abzustützen und das Einsinken in die Matratze zu verhindern. Foto: fotolia © Neyro

Eine neue Matratze kostet allerdings auch. Doch laut Stiftung Warentest muss die teuerste Wahl nicht unbedingt die beste sein. Auch günstigere Modelle verfügen den Testern zufolge über sehr gute Liegeeigenschaften. Doch der Matratzenkauf ist eine knifflige Angelegenheit: Welches Material soll es sein? Federkern, Latex, Kaltschaum oder etwas anderes? Wie dick? 18, 20, 24 Zentimeter? Fünf, sechs oder sieben Liegezonen? Angesichts dieser Fülle an Fragen fühlen Käufer sich schnell überfordert. Am besten, man macht es so wie Marie-Luise Dammrat und lässt sich ausführlich in einem oder mehreren Fachgeschäften beraten. Ein guter Berater wird einem großen, schweren Mann wahrscheinlich eine härtere Schlafunterlage empfehlen als einer kleinen, schmächtigen Frau. Latex- und Schaumstoffmatratzen sind eher etwas für „verfrorene“ Menschen. Stark schwitzende Schläfer dagegen können mit Taschenfederkernmatratzen gut bedient sein: Die verfügen über ein gutes Belüftungssystem, das Feuchtigkeit optimal abtransportiert. Eher teurere Latexmatratzen wiederum passen sich dem Körper sehr gut an, sind dafür aber schwerer. Beim Drehen und Wenden kann dies zum Problem werden. Und in Boxspringbetten können je nach Konstruktion leicht Liegekuhlen entstehen. Dafür hat dieses geschlossene Bettensystem eine gemütliche Höhe. Zu bedenken ist laut Vito Alba, Berater des Fachbettengeschäftes Bischoff, dass es keine Norm für „hart“, „mittelhart“ oder „weich“ gibt, so definiert jeder Hersteller das für sein Produkt anders.

Tags: Beratung

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